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Ein unvergessliches Natur-Retreat: Einblick in eine herzöffnende Erfahrung


Ein Blick hinter die Kulissen unseres letzten Natur Retreats für Schulleiter enthüllt eine Welt voller Herausforderungen, Gemeinschaft und kulinarischer Entdeckungen. Zusammen mit Patric und einigen Helfern haben wir einen ganz besonderen Ort der Verbundenheit geschaffen, der weit mehr bot als nur einen Tag in der Natur.


Die Vorbereitungen begannen Tage zuvor. Der Lagerunterstand wollten wir am Sonntag aufbauen - ein eisiger Tag, an dem der Wind erbarmungslos blies und unsere Pläne durchkreuzte. Ursprünglich wollten wir ein Zelt auf einem offenen Feld aufstellen, doch der Wettergott hatte andere Pläne für uns. Ein unerwarteter starker Wind zwang uns dazu, nach einer Alternativlösung zu suchen.


Mitten im Wald fanden wir schließlich einen zauberhaften Ort mit einem passenden Baumkreis, der genau die richtige Größe für unseren Gruppenkreis hatte. Ein Anruf beim Förster am Sonntag brachte uns die glückliche Nachricht, dass wir dieses Waldstück nutzen durften – ein Segen inmitten der eisigen Kälte.


Der Aufbau gestaltete sich schwieriger als gedacht. Die ungewohnten Bedingungen liessen uns an unsere Grenzen stossen, und die ersten Stunden verliefen nicht wie geplant. Unsere Hände waren gefühllos vor Kälte, und es wurde immer schwieriger, die Stimmung hochzuhalten. Doch nach einer wohltuenden Mittagspause und einem erneuten Anlauf, unterstützt von tapferen Helfern, entstand schließlich ein bezaubernder Lagerplatz im Wald. Buntes Herbstlaub bedeckte den Boden und in der Mitte erstrahlte ein wärmendes Lagerfeuer.


Doch damit war unsere Arbeit nicht getan. Die grosse und liebevolle Vorarbeit in der Küche wartete auf uns. Schon Tage zuvor haben wir auf unseren Streifzügen durch die Natur viele Zutaten selbst gesammelt und hergestellt. Von den frischen Brennnesseln bis zur aromatischen Brunnenkresse, den versteckten Trüffeln, den knackigen Haselnüssen und den erlesenen Pilzen für den Risotto bis hin zu den Früchten, die wir gerettet und mit eigenen Händen gepflückt haben – all diese schmackhaften Naturschätze waren ein Fest für die Sinne.


Es ist mehr als nur das Zusammenstellen von Zutaten – es ist eine Art Meditation, die uns tief in die verborgenen Geheimnisse der Natur eintauchen lässt. Bei jeder Entdeckung erwacht unser inneres Kind, und wir fühlen uns lebendig und begeistert wie nie zuvor. Die Verbindung zur Natur ist für uns nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Quelle der Freude und Inspiration. In diesen Momenten finden wir unsere wahre Leidenschaft und unsere Verbundenheit mit der Erde.


Am Montag, dem 06.11., empfingen wir die 20 Schulleiter um 12:30 Uhr mit einem heissen Quittenpunsch und Feuer-Maroni, um sie herzlich willkommen zu heißen und ihnen den bevorstehenden Marsch zum Hauptlagerplatz zu erleichtern. Die Ankunft brachte nicht nur Regen und starken Wind mit sich, sondern auch Vorfreude und Neugier auf das bevorstehende Abenteuer. Ein kurzer Marsch führte sie zum Lagerplatz, wo sie sich einrichteten und kurz darauf ein herzhaftes Mittagessen genossen, das die Energie für den Nachmittag bereitstellte.


Das Mittagessen bestand aus einem Feuerpot (einem köstlichen Gemüseeintopf mit Linsen), begleitet von Holzkohlen-Fladenbrot und Brennessel-Pesto, das die Schulleiter mit seinem würzigen Aroma begeisterte.


Das Retreat startete mit einer einleitenden Council-Runde, einem Kreis, in dem jeder Teilnehmer die Möglichkeit hatte, sich auszudrücken und mitzuteilen. Mein Hauptanliegen dabei war es, einen Einblick zu bekommen, wie es den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerade geht, wo sie in ihrem Leben stehen und was sie aktuell bewegt.


Die Befindlichkeitsrunde zeigte auf, dass die meisten Teilnehmer unter einem erheblichen Leistungsdruck standen. Die allgemeine Anspannung war hoch und viele waren mental sehr beansprucht. Eine bemerkenswerte Erkenntnis war auch, dass die Mehrheit der Teilnehmer selten bis nie Zeit in der Natur verbringt und daher mit der äußeren Natur nur wenig vertraut ist.


Es wurde deutlich, dass dieser Startpunkt eine bedeutende Erkenntnis für uns alle war. Die Offenheit der Teilnehmer ermöglichte es, tiefer in ihre Bedürfnisse und Erfahrungen einzutauchen. Die Einsicht darüber, wie entfernt einige von der Natur sind und wie stark der Leistungsdruck in ihrem Alltag präsent ist, bot uns wertvolle Einblicke, die den weiteren Verlauf des Retreats massgeblich beeinflussten.


Im Rahmen des Retreats wurde das Team dazu eingeladen, sich in verschiedenen naturbezogenen Aktivitäten zu engagieren: Das Bauen eines Waldnests aus rein natürlichen Materialien, die Erforschung eines Baumes mit verbundenen Augen und allen Sinnen sowie die Entdeckung eines geheimen Rückzugsorts, um dort Zeit allein zu verbringen.


Die Aufgabe, gemeinsam ein Waldnest zu gestalten, war ein wahrer Ausdruck von Teamarbeit und Kreativität. Jedes Material, das wir in der Natur fanden, trug dazu bei, ein sicheres und behagliches Nest zu schaffen, das nicht nur als Struktur, sondern auch als Symbol für Zusammenarbeit und Verbundenheit diente.


Das Erlebnis, einen Baum mit verbundenen Augen und allen Sinnen zu erforschen und wiederzuerkennen, war eine tiefgreifende Erfahrung. Es zwang uns, unsere Sinne zu schärfen und eine ganz neue Beziehung zur Natur aufzubauen, die über das Visuelle hinausging. Die Berührung der Rinde, der Duft des Holzes und das Hören der Blätter im Wind enthüllten uns ein tieferes Verständnis für die Präsenz und Schönheit der Natur.


Die Suche nach einem geheimen Ort, um Zeit allein zu verbringen, war eine persönliche Reise für jeden Teilnehmer. Es ermöglichte Momente der Stille und Selbstreflexion, die in unserem hektischen Alltag oft verloren gehen. Die Möglichkeit, in der Natur allein zu sein, eröffnete Raum für persönliche Entdeckungen und eine tiefere Verbindung zur inneren Welt.

Diese naturbezogenen Aktivitäten haben nicht nur die Teamdynamik gestärkt, sondern auch eine tiefe Anerkennung für die Schönheit und die Kraft der Natur in uns allen geweckt.


Eine kurze Pause inmitten unserer Naturaktivitäten erforderte eine Stärkung. Daher servierten wir Hobelkäse, frisches Brot und selbstgemachten Feigensenf als Zwischenverpflegung. Es war eine einfache, aber herzhaft köstliche Auswahl, die den Teilnehmern eine willkommene Erholung bot.


Nach der Zwischenverpflegung versammelten wir uns erneut am Lagerfeuer und erkundigten uns nach den Eindrücken der Teilnehmer. Es war bemerkenswert zu sehen, wie sich ihre anfängliche Anspannung allmählich auflöste und einem Zustand tiefer Entspannung und Offenheit wich. Viele äusserten, dass sie sich nun gelöster und entspannter fühlten. Einige berichteten sogar, dass sie für einen Moment den Alltag vergessen hatten.

 

"Die Natur ist nicht nur unser grösster Lehrer, sondern auch unser größter Heiler." - John Muir

 

Diese Veränderung der Teilnehmer von anfänglicher Zurückhaltung hin zu offener Verbundenheit und Losgelöstheit verdeutlichte die transformative Wirkung der Natur und der gemeinsamen Erlebnisse. Es war beeindruckend zu erleben, wie sich die Atmosphäre durch den Austausch am Lagerfeuer veränderte und wie die Natur dazu beitrug, dass sich die Teilnehmer innerlich öffneten und entspannten.


Während des Austauschs bereiteten wir das Abendessen vor. Auf dem Feuer entstand ein köstliches Pilzrisotto, das mit roter Beete aus der Glut zubereitet wurde. Dazu servierten wir einen Feta-Haselnuss-Crumble und garnierten das Gericht mit Brunnenkresse.


Es war faszinierend, wie sich die gemeinsame Zubereitung des Abendessens am Feuer in ein gemeinschaftliches Erlebnis verwandelte. Der Geruch des Risottos und das Knistern des Feuers erzeugten eine warme und einladende Atmosphäre, die den Austausch und die Verbundenheit unter den Teilnehmern verstärkte.


Der krönende Abschluss war unser selbst kreiertes Dessert: Selbstgemachte Birkenwasser-Pralinen und Aargauer Rüebli-Pralinen.


Diese Erfahrung zeigt, wie die Natur Menschen in ihre ureigene Natur zurückführt. Unsere Herzen öffneten sich, Verbundenheit entstand, und inmitten der Natur fanden wir eine tiefgreifende Verbindung zu uns selbst und unserer Umgebung. Es war mehr als ein Retreat – es war eine Reise zu uns selbst.


Als Dankeschön für das Vertrauen und als schöne Erinnerung daran bekam jeder Teilnehmer noch ein Gläschen Trüffelbutter und Haselnuss-Senf.


Die Geschichte dieses Retreats zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die Natur uns herausfordert, verbindet und transformiert. Lasst uns gemeinsam die Schönheit der Natur entdecken und uns mit ihr verbinden!





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